Es gibt Reisen, die mehr sind als ein bloßer Ortswechsel – sie sind ein Eintauchen in eine Stimmung, ein behutsames Aufweichen des Alltags, ein langsames Aufgleiten auf dem Wasser der eigenen Gedanken. Meine Flusskreuzfahrt von Paris nach Rouen ist genau so eine Reise. Die Seine fließt ruhig durch die winterliche Landschaft, als ich an Bord meines kleinen, feinen Kreuzfahrtschiffes gehe. Ein leichter Nebel liegt über dem Wasser, während die Lichter von Paris in der Ferne glitzern. Diese Reise ist kein gewöhnlicher Kurztrip, sie ist ein Eintauchen in das langsame, sinnliche Dahingleiten, ein Fest der Sinne, das sowohl im Herzen der Weihnachtszeit als auch im milden Herbst ein besonderes Vergnügen bereitet. Hier an Bord verschmilzt der kulinarische Hochgenuss mit der Leichtigkeit des Seins, während die Landschaft an mir vorbeizieht, malerisch wie ein impressionistisches Gemälde.

Aller Anfang ist Paris
Ich beginne in Paris, wo selbst der Winter seine romantische Magie entfaltet. Montmartre empfängt mich bei Sonnenaufgang mit einem sanften Rosa am Himmel, während die Sacré-Cœur stolz über die Dächer der Stadt thront. Die leeren Kopfsteinpflasterstraßen, der Duft von frischem Baguette aus den kleinen Bäckereien, die erste Tasse Kaffee in der Kälte – all das wirkt wie eine Szene aus einem alten Film. Weiter geht es zur majestätischen Kathedrale Notre-Dame de Paris, deren gotische Türme selbst im Wintererwachen eine ehrfurchtgebietende Präsenz haben.
Der Eiffelturm erhebt sich stolz im frostigen Licht des Morgens, und ein Spaziergang entlang der Champs-Élysées offenbart die feierliche Eleganz der Stadt. Die Galerie Lafayette überrascht mit funkelnden Lichtern und kunstvoll geschmückten Schaufenstern, die selbst die kälteste Luft in einen warmen Glanz tauchen. Und dann, unerwartet und charmant, die kleine Freiheitsstatue auf der Île aux Cygnes – ein Hauch von Amerika mitten in Paris, der mich lächeln lässt.
















Chateau de Chantilly – erzähl mir was vom Pferd
Die erste Ausflugsstation führt mich zum Schloss Chantilly, dessen barocke Schönheit und weitläufige Parkanlagen schon aus der Ferne verzaubern. Im Inneren zeigt sich die opulente Sammlung von Kunst und Antiquitäten, und die Pferdeshow auf der großen Reitbahn wirkt fast surreal, wie eine Reise zurück in die Zeit. Die Pferde bewegen sich mit einer majestätischen Anmut, die fast wie aus einem Traum der Vergangenheit stammt.
Zurück an Bord gleite ich sanft die Seine hinauf, während das Schiff das stille Wasser durchschneidet. Die winterliche Landschaft gleitet vorbei: Nebelschwaden über den Wiesen, vereinzelt ein Reiher, der am Ufer auf Nahrung lauert. Die Ruhe hier hat etwas Beruhigendes, fast Meditatives.







Das Kloster St. Wandrille – die Zeit bleibt stehen
Im Kloster St. Wandrille finde ich das Gegenteil von Inszenierung. Ich sitze in der gregorianischen Messe, und die Gesänge steigen auf wie warmer Atem in kalter Luft. Die Zeit löst sich auf, wird zu einem ruhigen Puls. Hier ist nichts laut, nichts eilig. Nur Klang, Stein und Einkehr. Die schlichten, alten Mauern strahlen eine tiefe, fast mystische Ruhe aus. Ich habe das Glück, einer gregorianischen Messe beizuwohnen – die Stimmen der Mönche hallen in der weiten Halle, als hätten sie die Zeit vergessen. Der Klang ist einfach hypnotisch und berührt auf eine Weise, die Worte kaum beschreiben können.













Honfleur – Hafen, Hummer, Hochgenuss
Honfleur empfängt mich mit Hafenromantik. Die schmalen Häuser spiegeln sich im Wasser, Möwen kreischen, und ich koste frische Austern, Muscheln, Jakobsmuscheln – das Meer direkt auf der Zunge. In kleinen Bistros wird Butter nicht gezählt, sondern zelebriert. Genuss ist hier kein Event, sondern Alltag. Die alten Fachwerkhäuser, die kleinen Gassen, die Hafenatmosphäre – alles wirkt wie ein lebendiges Gemälde. Hier genieße ich frische Meeresfrüchte: Austern, Muscheln, Garnelen – serviert mit einem kühlen Weißwein, der die salzige Brise perfekt ergänzt. Jeder Bissen ist ein kleiner Festschmaus, der die Reise kulinarisch krönt.




Zwischenstopp in Conflans, Les Andelys und Caudebec-en-Caux
Unterwegs halte ich an den malerischen Orten Conflans, Les Andelys und Caudebec-en-Caux. Jeder Halt offenbart einen neuen Blickwinkel auf die Normandie: charmante Altstädte, Fachwerkhäuser, kleine Cafés, in denen man den Moment mit einem heißen Getränk genießen kann. Les Andelys überrascht mit einer Burg auf dem Hügel, die über die Seine wacht, während die Ruhe der Landschaft mich immer tiefer in den Genuss der Fahrt eintauchen lässt.







Hinter den Kulissen: Gergana oder die fleißigen Helfer an Bord
Eine Reise voller Entspannung wäre nicht möglich, wenn nicht zahlreiche Helfer an Bord unermüdlich für den Gast alles tun würden, um diese Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis zu gestalten. Jeder hat seine Aufgabe, mit der für das Glück des Reisenden täglich aufs Neue gesorgt wird. Ich gehe dem Treiben hinter den Kulissen auf den Grund und möchte die Menschen kennenlernen, die meine Reise zu diesem Erlebnis gestalten. Meine Servicekraft an meinem Tisch ist Gergana. Sie erzählt mir gerne von sich. Eigentlich ist sie ausgebildete Pädagogin, stammt aus Zentral-Bulgarien und hat in London studiert. In der Zeitung hat sie von einer Stelle auf einem Schiff in Frankreich erfahren. Es hat sie direkt angesprochen. Lebenserfahrung, Kontakt zu Menschen mit positiver Einstellung im Urlaubsmodus. Kellern konnte sie schon und der Reiz, immer an einem anderen Ort anzulanden, das wollte sie ausprobieren. Sie ist jung, 26 Jahre, will wie alle jungen Menschen Geld für ihre Zukunft sammeln, das spielt für sie natürlich auch eine Rolle. Der gute Kontakt zu ihren Gästen ist ihr wichtig, erfüllt ihren Arbeitsalltag. Seit März 2025 ist sie an Bord, noch frisch und offen für Neues. Ob sie ihre Heimat vermisst, frage ich sie. Gergana lächelt, sie zeigt mir ihre Unterarme. Auf dem einen ist das Wort „family“ tätowiert, auf dem anderen „friends“. Das sind mehr als Wörter, ihre Familie und Freunde sind im Herzen immer bei Ihr, erklärt sie mir. Damit ist es leicht, den oft harten Bordalltag zu bestehen. Und außerdem darf sie alle vier Wochen für zwei Wochen nach Hause fahren. Zum Glück innerhalb Europas nicht so weit. Ich höre Gergana gespannt und interessiert zu. Es ist die Seite, die der Gast oft nicht mitbekommt, spannend zu hören, wie die Welt an Bord aus der Sicht des Personals aussieht.
In den folgenden Tagen höre ich noch manche Geschichte von Mitarbeitenden, die von Gergana hat mich berührt und begleitet mich auf meiner Reise.


Rouen – zwischen majestätisch und malerisch
Rouen, die Hauptstadt der Normandie, bildet den krönenden Abschluss der Reise. Die Kathedrale Notre-Dame de Rouen erhebt sich beeindruckend und bietet im winterlichen Licht eine majestätische Kulisse. Die Église Sainte-Jeanne-d’Arc de Rouen erzählt von Geschichte und Legende, während das Gros-Horloge stolz über die Altstadt wacht. Ich schlendere durch die kleinen Gassen, entdecke versteckte Boutiquen, kleine Cafés und charmante Plätze, die das Herz der Stadt ausmachen. Rouen verbindet mittelalterliche Architektur mit einer lebendigen, modernen Kultur, die mich immer wieder innehalten lässt.
Zurück an Bord fühle ich die volle Leichtigkeit der Reise. Der Winterwind draußen ist kühl, aber drinnen herrscht Wärme – nicht nur von der Heizung, sondern vom Gefühl der Entspannung, das sich wie ein sanfter Mantel über mich legt. Das Dahingleiten auf der Seine, die Aussicht auf die vorbeiziehende Natur, die feinen Speisen und Weine – all das macht diese Flusskreuzfahrt zu einem perfekten Rückzugsort. Es ist eine Reise, die Körper und Geist zugleich nährt, die die Sinne belebt und das Herz erwärmt.











Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss…
Am Ende bleibt ein Gefühl von Ruhe, Zufriedenheit und unaufdringlicher Romantik. Die Flusskreuzfahrt von Paris nach Rouen ist weit mehr als eine Reise: Sie ist ein langsames Eintauchen in die Schönheit Frankreichs, eine Feier der Sinne, ein Urlaub für die Seele. Und während die Seine weiterfließt, weiß ich, dass dieser Moment der Leichtigkeit, dieses stille Glück, noch lange nachklingen wird – wie das leise Glitzern der winterlichen Sonne auf dem Wasser.
















Kurz notiert
Wie kommt man hin?
Nach Paris reist man am besten mit dem Zug,, dem Eurostar oder Thalys ab zahlreichen, deutschen Hauptstädten an und lässt das Auto zu Hause.
Wer vor einer Flusskreuzfahrt noch Paris erkunden möchte ist im Hotel Beaugrenelle Tour Eifel in unmittelbarer Nähe zum Eifelturm und nahe den Piers für die Kreuzfahrtschiffe gut aufgehoben.
Eine Flusskreuzfahrt auf der Seine lässt sich bestens unternehmen mit nicko Cruises
Diese Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von nicko Cruises



