Millstätter See

Von der gemütlichen Seenrunde bis zum Flow Country Trail. Genussbiken rund um den Millstätter See wird hier groß geschrieben. Der See liegt da wie ein geheimnisvoller Spiegel. Erste Sonnenstrahlen fallen auf das Südufer und leuchten durch dichtes Blattwerk. Es ist schon viel los.

geschrieben von Birgit Werner – fotografiert von Andreas Bienert

Vom 27. bis 29. Mai drehte sich in Seeboden alles ums Rad. Stargast des E-Bike-Events „E-Motions“ ist Skilegende Franz Klammer. Mit dem Olympia-Sieger gehts gleich auf eine Bike-Entdeckertour rund um den See. Vorher eröffnet das Ski-Idol mit den Verantwortlichen das Bike-Festival, das bereits zum 3. Mal am Millstätter See stattfindet.

E-Motion mit Spaß

Über das gesamte Wochenende können sich Radlfans auf den Übungsparcours unter fachkundiger Anleitung nach Lust und Laune austoben. Gezeigt werden neben einfachen Übungen auch wertvolle Tipps zum sicheren Fahren mit den Stromern. Führende Bike-Herstellern informieren auf dem Veranstaltungsgelände über die neuesten Modelle und wer mag, lässt sich das Wunschbike zum Testen bereitstellen. Auf der großen Showbühne macht sich gerade Tom Öhler fertig, um seine waghalsigen und abgefahrenen Biketricks zu zeigen. Der österreichische Trial-Weltmeister benutzt dazu ein Fahrrad ohne Sattel und Federung. Verrückt, was alles möglich ist, wenn man sein Bike beherrscht.

Zuschauen, informieren und testen macht hungrig, da kommt die leckere Alpen-Adria-Kulinarik genau richtig.

Tour de Genuss

Auf geführten Touren verschiedener Schwierigkeitsgrade, die für E-Biker ebenso wie für E-Mountain-Biker geeignet sind, kann jeder die landschaftlichen Reize der Umgebung entdecken. Einer der Gründe, warum wir immer wieder gerne an den Millstätter See fahren, ist die Tatsache, dass Österreichs fünftgrößtes Bundesland auf einzigartige Weise alpine Landschaft und südliche Lebensart vortrefflich miteinander verbindet.

Viele Bike-affine Attraktionen lassen sich auf der Großen Kärnten Seen-Schleife besonders leicht erkunden. Diese Mehrtagestour führt auf 350 Kilometern zu zehn der schönsten Seen des Landes. Sie entstand als Gemeinschaftsprojekt der fünf Kärntner Destinationen Millstätter See, Villach – Faaker See – Ossiacher See, Wörthersee, Klopeiner See – Südkärnten und der Region Nassfeld, Pressegger See – Lesachtal – Weißensee.

„Die Namen deuten schon darauf hin: Jede der fünf Regionen hat Berge und Seen zu bieten, und zwar in allen Größen und Höhenlagen“, weiß Stefan Brandlehner, Geschäftsführer der Tourismusregion Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge. “Für jeden ist die perfekte Tour dabei“, betont er stolz, „Biker finden bei uns 1.000 Kilometer Rennradstrecken und mehr als 350 Kilometer auf Trails und Mountainbike-Strecken sowie über 570 ausgewiesene Routen-Kilometer für Genuss-Radfahrer.“

Wenn er nicht gerade golft, fährt Franz Klammer jeden Tag mit seinem Rad an den See.

Jetzt ist es soweit, wir starten mit Franz Klammer auf den 28 Kilometer langen Seerundweg. Der Ausflug bietet einen echten Vorgeschmack auf die Mehrtagestour der Seen-Schleifen-Route. Auf der leichten bis mittelschweren Route zeigt uns Franz die schönsten Fleckerl. Vom Nordufer gehts vorbei an kaiserlichen Villen, dem Stift Millstatt, dem 1. Kärntner Badehaus, einladenden Strandbars und Seeterrassen. An der Südspitze des Sees machen wir in Döbriach in Charlys Seelounge einen kurzen Stopp und plaudern mit dem Skiidol über vergangene Zeiten. Gemütlich cruisen wir auf einem gut ausgebauten Schotterweg zurück. Immer wieder erhaschen wir grandiose Ausblicke auf das dunkelgrüne Wasser des Sees.

Verwunschener Moorsee, längster Flowtrail Europas oder malerische Künstlerstadt?

Wer die Region besser kennen lernen will, bucht eine Tour mit den lokalen Bike-Guides. Dann geht es entweder auf Forst- und Waldwegen zum Egelsee, einem idyllischen Moorsee im Wald. Auf der Hütten-Tour direkt hinauf zur Pichlhütte mit schönen Ausblicken über das Drautal und den Millstätter See. Das Highlight im Tourenprogramm ist der längste Flowtrail Europas mit jeder Menge Kurvenspaß und Gipfel knapp über der 2.000 Meter-Marke. Auch Anfänger sollen hier ihren Spaß haben.

Wir haben uns für die chillige Platzgrabentour in die historische Künstlerstadt Gmünd entschieden. Der abwechslungsreiche Ausflug führt auf kleinen und versteckten Seitenstraßen über eine kurvige Strecke durch den Platzgraben direkt nach Gmünd. Unter der Alten Burg genießen wir nach 2,5 Stunden ein leckeres Eis. Über die alte Römerstraße gehts wieder zurück. Wie der Name schon sagt, eine Straße mit viel Geschichte und dem einem oder anderen ganz besonderen Geheimtipp.

historische Künstlerstadt Gmünd

Mit dem Bike zu den Feuersteinen der Liebe

Die Kärnten Seen-Schleife ist eine ganz besondere Erlebnistour. Aber nicht nur das Erleben der unglaublich schönen Seen, umrahmt von einer herrlichen Bergkulisse, macht das Ganze so besonders, sondern auch die kulinarische und kulturelle Vielfalt.

Granatium Radentheim

Im Zentrum von Radentheim, im UNESCO Biosphärenpark Nockberge, erfährt man viel zum „Feuerstein der Liebe“. Auf dem Schürfgelände können die begehrten Edelsteine sogar selbst aus dem Fels gelöst werden.

Schaukäserei „Kaslab’n“ Radentheim

In dem Hofladen kann man nicht nur den leckeren Bioheumilchkäse probieren. Michael Kerschbaumer, dem das Wohl seiner Tiere sehr am Herzen liegt, erklärt auf leidenschaftliche Weise, was er im Umgang mit ihnen anders macht und warum er jeden Tag zweimal seine Kühe und Ziegen melkt.

Bonsaimuseum Seeboden

Bonsai – ist ein japanischer Begriff und bedeutet „Baum in der Schale“. Einen beeindruckenden Einblick in die Welt der Bonsaigärten bekommt man auf 12.000 Quadratmetern und erfährt alles über die nach japanischen Vorbildern gestalteten Landschaftsgärten. Das Museum ist eines der größten und ältesten Bonsaizentren Europas.

Günter Klösch weiß fast alles über die "lebenden Ausstellungsstücke". Viele sind über 100 Jahre alt.

Um die wunderschönen Flecken Kärntens genießen zu können, sollte man sich unbedingt für das Drumherum um die Radstrecken Zeit einplanen. Dazu gehört nicht nur die köstliche Kärtner Kulinarik, sondern auch die herzliche Gastfreundschaft in einer Unterkunft, die idealerweise direkt am See liegt.

Wir waren in der See Villa. 1884 von den bekannten Architekten Mayreder und Köchlin als erstes Hotel am Millstätter See erbaut, verbindet die See-Villa seit jeher die Eleganz der Vergangenheit mit dem Luxus der Gegenwart. Die große Liegewiese lädt zum Ausspannen und Sonnen ein und im Badehaus am Ende der Wiese sind Sauna, Dampfbad und Massage untergebracht.

Infos für die Reiseplanung

www.millstaettersee.com

Wo kann man übernachten?
See Villa, 9872 Millstatt, Seestraße 68, www.see-villa.eu

Unbedingt machen

Granatium Radentheim – Erlebniswelt der Edelsteine

Bonsai Museum – Wissenswertes über Bonsai, japanische Gartenkunst und Kultur

Kaslab’n – Schaukäserei mit Produkten aus natürlicher Verarbeitung

Was kann man erleben?

Burg Sommeregg – Geschichte erleben im Foltermuseum

Copyright: Text von Birgit Werner – Fotos von Andreas Bienert

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Birgit Werner

Autor Kurzvorstellung:

Die Reisejournalistin hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Bis heute
liebt sie nichts mehr, als das Besondere zu suchen, dabei Neues zu
entdecken und mit Herzblut darüber zu berichten. Wenn sie nicht als Autorin
für Lifestyle- und Heimat-Magazine Restaurants und Hotels unter die Lupe
nimmt, Interviews führt oder Reportagen schreibt, findet man sie beim Biken im geliebten Alpenvorland, Golfen auf Greens in aller Welt, Abtauchen im Ningaloo Reef Australiens oder beim Skilanglauf auf der Seiser Alm.
bw-reportagen@web.de

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