Die Einsamkeit des Langstrecken-Schweins

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In Andalusien in der Region Huelva gibt es mit der „Ruta del Jabugo“ eine Straße des Schinkens, die es mit jeder anderen touristischen Gourmet-Route aufnehmen kann.

Ein ruhiges Plätzchen in Aracena.

Bild ganz oben: Der Jabugo-Schinken – eine Delikatesse.
Text/Fotos: Jörg Berghof

Manuel sucht mal wieder nach Maria. Nein, die Angebetete ist nicht durchgebrannt, eine Entführung ist auch nicht zu befürchten. Aber in welche Ecke des Eichenwaldes ist sie wieder ausgebüchst? Immer auf der Suche nach den leckersten Eicheln, hat es ein iberisches Schwein nicht leicht. Bis zu zwölf Kilometer muss solch ein Prachttier schon einmal am Tage zurücklegen, um seinen Hunger zu stillen und Futterstellen zu finden, die den anderen Schweinen der Horde noch nicht bekannt sind. Und Maria ist eine Feinschmeckerin, sollen die anderen sich doch mit den bitteren Eicheln der Korkeichen zufrieden geben, sie bevorzugt die süßeren Früchte der Steineichen. Das geheime Aufspüren macht gelegentlich einsam, wäre da nicht Manuel, der immer wieder dafür sorgt, dass auch Maria zurück zur Horde findet. Den Ordnung muss sein, jedem Schwein stehen 60 Bäume zur Verfügung auf einer Fläche von mindestens einem Hektar. Das wird von der Schinkenprüfstelle in Jabugo bis zu sechsmal im Jahr auch überprüft, schließlich soll der echte Jabugo-Schinken in seiner Qualität einmalig bleiben.

Das iberische Schwein genießt seine Freiheiten.

Das und alles Weitere zu Schinken, Schweine-Rassen und Produktionsbedingungen erfährt man auf einer Gourmet-Route, die ihren Namen verdient hat. Im Norden der andalusischen Provinz Huelva gibt es von Higuera de la Sierra aus über Aracena bis nach Jabugo eine Schinken-Route durch den Naturpark Sierra de Aracena y Picos de Aroche, in dem die typischen iberischen Schweine durch die Eichenwälder ziehen, bevor sie später zu dem einzigartigen und geschützten Jabugo-Schinken verarbeitet werden und dann mehrere Jahre zum Reifen in den Scheunen hängen.

Ganze 60 Eichen stehen jedem Tier zur Verfügung.

Manuel Eiriz zum Beispiel ist in Berlin aufgewachsen, er führt Gruppen auf Deutsch durch den Betrieb in Corteconcepción, in dem es natürlich auch den typischen Jabugo-Schinken zu verkosten gibt. Zusammen mit dem Schinken-Museum und der Maravillas Grotte im hübschen Städtchen Aracena, das mit dem El Convento auch über ein größeres Hotel mit 57 Zimmern verfügt, ein empfehlenswertes Reiseprogramm nur eine Stunde Fahrzeit von Sevilla entfernt. Neben Sevilla kann zur Anreise auch der Flughafen in Faro genutzt werden.

Manuel weiß alles über den Schinken.
An den süßen Köstlichkeiten von Pilar kommt keiner vorbei.

Auf jeden Fall braucht man einen großzügig gewählten Koffer, denn neben dem Schinken und einem passenden Olivenöl landet sicher auch die eine oder andere süße Köstlichkeit aus der traditionellen Konditorei Rufino aus Aracena im Gepäck, zum Teufel mit den Kalorien.

 

Informationen zur Schinkenroute:
www.rutadeljamondejabugo.com

Der Weg zur Konditorei in Aracena:
www.confiteriarufino.com

Manuel und Domingo Eiriz und ihr Schinkenbetrieb:
www.jamoneseiriz.com

Ein Gourmet-Restaurant besonderer Güte:
www.arrieros.net

Allgemeine Informationen zur Region Huelva:
www.turismohuelva.org

Weitere Impressionen:
www.prberghoff.de/de/news/andalusien

 

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