So kommt man in die coolste Skikurs-Gruppe!

Der Brenninger ist ein typischer Freizeitsportler – und oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag hier.

* Niedergeschrieben von Jupp Suttner.

Als der Brenninger noch jung war, war er schlau. Vor allem beim Vorfahren. Wenn es darum ging, unter den kritischen Blicken eines Skilehrers alleine einen Hang zu bewältigen. Damit der Pisten-Pädagoge eine gerechte Gruppen-Einteilung vornehmen konnte.

Während die anderen oftmals verkrampften, weil sie ein besonders positives Bild ihrer Schnee-Künste zu demonstrieren wünschten – blieb Brenninger stets locker und gelassen. Er wusste um die Raffinesse seiner Strategie und dass sie auch in diesem Urlaub wieder aufgehen würde.

So fuhr er beispielsweise grundsätzlich als Letzter vor. Damit besaß er den gleichen  Überblick wie der Skilehrer und konnte exakt so hinab schwingen, dass er weder für die schnellste Gruppe (nur rasende Männer) noch für die langsamste nominiert wurde. Sondern für die „mittlere“.

Denn in genau jener befanden sich meist die verlockendsten Ski-Ladies. Was bedeutete, dass er die Kontaktanbahnung sofort und nicht erst beim Après-Ski-Treiben ein zu leiten in der Lage war. Großes Plus dabei: Das Wedel-Tempo der „mittleren“ beherrschte er mühelos und kam damit als Könner groß heraus. „Du müsstest doch eigentlich bei den Schnellen mit fahren!“, staunten die Damen. Doch Brenninger winkte nur lässig ab. Er sei einer, der sich lieber Zeit lasse. Und zwar in jeder Lebenslage.

Womit er ziemlich gut an kam. Im Gegensatz zu jenem anderen Typen, der nach der Mittagspause von den „Schnellen“ zu ihnen herab gestuft wurde – welch’ Blamage! Der Absteiger bekam die gesamte Woche keinen Hieb mehr bei den Frauen. Ein Konkurrent weniger. Schöne Zeiten waren das damals für den Brenninger.

Heute hingegen ist er auch schon fast 46 – und kann es sich nicht mehr leisten, bei der Skikurs-Einteilung auf Taktik zu machen. Die jungen Hirsche sind alle so rasend schnell geworden. Also landet Brenninger nun automatisch bei den „Mittleren“. Und lächelt dort bisweilen etwas lakonisch. Wenn er merkt, dass da so ein Youngster genau jenes Spiel betreibt – das auch er einst betrieben hat.

Doch er drückt ihm die Daumen. Weil er weiß, wie vergänglich alles ist.

So kommt man in die coolste Skikurs-Gruppe!
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